Heute wurde auf salzburg.orf.at über ein immer größer werdendes Problem ländlicher Gemeinden berichtet. Ein kurzer Bericht mit Link zum Original findet sich auch auf unserer Website. Ich möchte an dieser Stelle über die Situation in unserer Gemeinde berichten und Lösungsansätze diskutieren.
Zur Situation: Aufgrund der Abwanderung vieler Betriebe ist es in Neukirchen, wie auch vielen anderen Gemeinden Standard, dass der Großteil der Arbeitskräfte pendelt. Unsere Feuerwehr verfügt theoretisch über 72 Aktive Einsatzkräfte. Im schlimmsten Fall (während der Arbeitswoche, vormittags) reduziert sich diese Zahl auf 8 bis 15. Diese Zahl reicht zwar momentan noch aus, um den Großteil der Einsätze zumindest in der Erstphase bewältigen zu können, jedoch ist für die Zukunft Handlungsbedarf geboten.
Pendler am Dienstort zum Feuerwehrdienst einziehen?
In dem Bericht auf salzburg.orf.at fand sich ein Kommentar, in dem vorgeschlagen wurde, die Pendler auch am Dienstort zum Feuerwehrdienst einzuziehen. Prinzipiell mag diese Idee recht gut klingen, sie scheitert jedoch bei weiterem Nachdenken sofort. Ein Fahrzeug wie das RLF-Neukirchen verfügt über knapp 300 Geräte und Ausrüstungsgegenstände. Die Beladung variiert von einem Ort zum Nächsten. Es wäre in jedem Ort wo der Pendler zum Einsatz kommen kann eine umfassende Einschulung nötig und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es bereits schwierig ist, den Überblick über die Ausrüstung in der eigenen Feuerwehr zu behalten, mal ganz abgesehen von denen der Nachbahrwehr. Eine weitere Problematik ist, dass die Gemeinden die, nennen wir es “bependelt” werden, wie es in unserem Bereich Mittersill oder Zell am See wären, ohnehin nicht so sehr mit dieser Art von Problemen zu kämpfen haben, da hier eine viel größere Dichte an verfügbaren Arbeitsplätzen im Ort vorherrscht als in ländlicheren Gemeinden.
Andere Lösungsansätze?
Doch wenn nun diese Variante nicht möglich ist, wie kann dann vorgegangen werden? Fakt ist, dass das Problem des Pendelns für die Feuerwehren, und damit für einen Teil der Sicherheit der Gemeindebürger immer größer wird. Es muss aber trotzdem möglich sein, die Feuerwehr in jeder Gemeinde einsatzbereit zu halten. Ein Teil der Lösung, aus meiner Sicht, wäre das Bemühen um Betriebsansiedlungen seitens der Gemeinden, wie es ja auch gerade bei uns geschieht. Wenn Arbeitsplätze geschaffen werden, müssen nicht mehr so viele Leute pendeln.
Ein weiteres Problem ist, dass nicht alle im Ort befindlichen Arbeitskräfte einfach so die Arbeitsstelle verlassen können um auszurücken. So mancher Betrieb kann es sich einfach nicht leisten, die Arbeitskraft trotz Nichtanwesenheit zu bezahlen. Verständlich. Hier wäre endlich eine Regelung seitens des Bundes gefragt, die dem Arbeitgeber wenigstens Die Kosten für die Nichtanwesenheit des Mitarbeiters ersetzt.
Manche Gemeinden verpflichten Ihre Mitarbeiter zum Feuerwehrdienst bzw. Mitglied bei der Musikkappelle oder dem Sportverein etc. zu werden. Mal abgesehen davon, dass dann während der Einsatzzeit die Gemeinde bzw. der Bauhof still steht, werden mir sicherlich viele Kameraden beipflichten, dass es besser ist einen freiwilligen Feuerwehrmann aus Leib und Seele zu haben, als jemanden zu verpflichten.
Es ist recht leicht ersichtlich, dass die oben genannten Ansätze hinken bzw. nur ein Teil einer Lösung sein können. Wie kann es weitergehen? Wie können die durchhaus hohen Sicherheitsstandards für unsere Bürger erhalten werden? Diskussionen erwünscht!
Für die Feuerwehr Neukirchen:
Klaus Schwarzenberger






















